Interview mit Claudia Hürtgen zum MINI R56 Challenge

Hockenheim – bigblogg hat bei den offiziellen MINI Challenge Testfahrten am Hockenheimring kurz mit Claudia Hürtgen gesprochen, die die Entwicklung des MINI Cooper S John Cooper Works Challenge R56 von Anfang an begleitet hat.

bigblogg: Wie fährt sich der R56 Challenge?
Claudia Hürtgen: Grundsätzlich: Das Auto ist auf jeder Strecke 3-4 Sekunden pro Runde schneller. Das liegt zum einen am Motor, der durch seine homogenere Leistungsentfaltung deutlich fahrbarer ist. Zum anderen kommt ein verbessertes Fahrwerk zum tragen. Auch die Differenzialsperre merkt man, obwohl sie nicht entscheidend das Fahrverhalten beinflußt.
Ausserdem merkt man den neuen Reifen, der von Dunlop entwickelt wurde und 1/2 Zoll breiter ist als bisher.

bigblogg: Der R53 Challenge hatte gar keine Sperre?
Claudia Hürtgen: Nein, genau der R53 hatte keine Differenzialsperre. Der R56 Challenge hat die serienmäßige Sperre, die man im Rennbetrieb wie gesagt merkt. Also, wer richtig fahren kann und das Auto im Grenzbereich bewegt, der merkt die Differenzialsperre. In der Mitte der Kurve stabilisiert die Sperre das Auto. Man muss sie bewusst einsetzen können.

bigblogg: Wie ist der R56 Challenge im Handling?
Claudia Hürtgen: Das Auto reagiert gut auf Änderungen am Fahrwerk, die Grundabstimmung ist neutral. Je nach den Vorlieben des Fahrers kann das Fahrwerk über- als auch untersteuernd ausgelegt werden. Ich persönlich bevorzuge ein untersteuerndes Setup.

bigblogg:Die Aerodynamik am R53 hat ja nicht so richtig funktioniert, sondern war eher für den Schein als Rennauto. Das aerodynamische Paket des R56 sieht ernsthaft aus, speziell der Flügel, funktioniert es denn?
Claudia Hürtgen: Der Flügel arbeitet, wie viel ist nicht ganz klar. Bei Flügelstellung 0 Grad kann die Hinterachse leicht sein, da bringt die Verstellung auf jeden Fall etwas. Je nach Fahrer kann die Verstellung eventuell für das Gefühl was bringen.
Was fürs Fahrverhalten bringt auf definitiv die neue Steuerung fürs ABS. Wir haben mit
TRW bei viertägigen Abstimmungsarbeiten die Software fürs ABS komplett auf den R56 Challenge MINI angepasst. Das Auto ist jetzt auf der Bremse stabiler.

hürtgen
(Photo mit freundlicher Genehmigung von Sebastian Suk)

bigblogg: Also kann man praktisch zum Beispiel hart in die Kurve reinbremsen?
Claudia Hürtgen: Ja, der Wagen ist einfach stabil und sicher auf der Bremse und macht viel mehr mit.

bigblogg: Das Auto war bei der VLN-Testfahrt schon auf der Nordschleife, bist du dort gefahren?
Claudia Hürtgen: Ja, wir waren im Oktober beim VLN-Training und jetzt bei der Testfahrt auf der Nordschleife und haben eine Abstimmung entwickelt. Die geht natürlich so wie sie ist an die Teams. Damit haben wir ein einheitliches, funktionierendes Grundsetup. Vor allem hat die Nordschleifenabstimmung deutlich mehr Ausfederweg wegen des welligen Belags und der Kuppen der Schleife.

bigblogg: Macht er mehr Spaß? Reine Bauchfrage?
Claudia Hürtgen: Der MINI macht schon immer Spaß, ich bin ja von Anfang an in der Entwicklung dabei. Natürlich fährt man lieber immer 400PS, aber der MINI macht wirklich Spaß. Das aktuelle Modell ist für mich als Profirennfahrer sehr gut fahrbar. Alle Änderungen der Abstimmung wirken sich sofort und merkbar aus.

bigblogg: Dieses Jahr fährst du hauptsächlich wieder in der VLN?
Claudia Hürtgen: Die VLN-Saison 2008 werde ich wieder im Z4 M Coupé von Schubert Motors bestreiten. Zusammen mit Richard Görannson, der ja letztes Jahr schon mit mir auf dem Auto fuhr, dem letztjährigen VLN-Junior Champion Stian Sorlie und Jörg Viehbein werde ich in die VLN eingreifen

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