Sparen – koste es, was es wolle!

Klappern gehört bekanntlich zum Handwerk. Das beweisen uns gerade alle Automobil-hersteller in dem sie uns mit dem noch preisgünstigeren, noch verbrauchsärmeren Automobil medial penetrieren. Akzeptiert. Gleichzeitig müssen Automobilkonzerne sparen, Produktions- und Personalkosten senken. Nachvollziehbar. Doch wenn die Automobilhersteller ihrer Marketingabteilung den Fuhrpark streichen, den Mitarbeitern Standardsoftware (Adobe Professional) wegen der Lizenzkosten deinstallieren lassen, Telefonverbindungsübersichten auf eventuelle private Telefonate überprüfen, farbiges Drucken verbieten und unter dem Deckmantel der Green-IT die Mitarbeiter auffordern, jeden Abend den PC herunterzufahren, wird es albern. Bekommen die Angestellten und externen Mitarbeiter demnächst auch noch die zu verwendende Menge Klopapier vorgeschrieben? 3 Blatt für interne, 1,5 Blatt für Externe? Vorstellbar ist in Zeiten der Krise alles. Hauptsache, man kann auf Sachbearbeiterebene einen Kostenoptimierungserfolg an das Management reporten. Doch dann frage ich mich wirklich, wie aus Kosten- und Effizienzsicht so etwas durchgehen konnte:

minihandelsblatt

Im Handelsblatt vom 13.03. wurde von BMW ein Image Werbung geschaltet. Die Botschaft: “Wir sind so was von umweltverträglich mit unserer Fahrzeugflotte, das glaubt ihr gar nicht.” Über 3(!) volle Seiten ging der Spuk. Eine Seite für die Ankündigung des Konzerns, eine für die BMW 140 Gramm CO2 Fahrzeugflotte und eine für MINI. Geschätzte Kosten der Anzeige: 150.000 Euro (darin nicht enthalten die Kosten für die kreative Gestaltung der Anzeige). Der Inhalt: Volksverdummung. Mir kann keiner weiß machen, dass eine komplett in schwarzer Farbe gedruckte Seite, die ausgerechnet auf ein Umweltthema hinweist, ökologisch sinnvoll ist und dass ein Konzern die getroffene Aussage wirklich ernst meint, wenn er gleichzeitig BMW X5M-, X6M- und 5er GT-Modelle auf den Markt drückt (“der amerikanische Markt will das”) und MINI JCW-Modellen ohne die MINIMALISM Errungenschaften verkauft (“die Kunden dieser Fahrzeuge wollen das nicht”). Somit ist eine solche Anzeige in meinen Augen eigentlich nur ein fades Lippenbekenntnis, verpackt im netten Marketingmäntelchen. Doch bestimmt kann ein hoch dotierter Unternehmensberater im Nachgang den Auftraggebern aus München bis auf 2 Kommastellen hinter dem Prozentpunkt in einer voll animierten Powerpointpräsentation belegen, wie positiv sich diese Kampagne auf die Wahrnehmung der Marke und das politisch korrekte Öko-Image bei der Zielgruppe ausgewirkt hat. Wenn das mal kein Erfolg ist?

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Comments :

  1. Anonymous says:

    Hm, finde den Kommentar zur MINImalism Ad bemüht und zynisch. Dass MINI Bedarf zur Absatzsteigerung hat, bezweifelt niemand. Die Abwrackprämie kommt primär (verbrauchs-)günstigen Kleinwagenherstellern zugute. Vielleicht wollte man ungefähr dies aussagen: wir sind zwar teurer, bieten dafür aber mehr Leistung und v.a. mehr Fahrspass als der Rest, bei geringerem Verbauch. Sicher hätte sich daraus was Pointierteres generieren lassen… Aber MINI hat bislang noch nie Fakten wie Beschleunigung, Kofferraumvolumen \"verkauft\". Nun ist man etwas in die Defensive geraten und die zweifellos vorhandene ED-Kompetenz lässt sich eben nur bedingt mit dem bisher erfolgreichen Marketing/Brandstil kombinieren bzw. darin integrieren. Printanzeigen, bis auf die jährliche ams-Sieger-Ad waren praktisch nicht existent, weil unnötig. Der MINI hat sich dank Produktsubstanz und Image \"von selbst\" verkauft. Wenn man nun etwas aktiver werden wil, sollten zumindest die Brand-Farben (schwarz mit rotem Rahmen) eingehalten werden. Oder wäre jetzt ne s/w-Anzeige ohne Bild angemessener? Hier finde ich den Kommentar etwas kleinlich. Eher peinlich ist das grosse G für 140g/km ;-)

    Aus den Foren ist durchaus bekannt, dass es reichlich (für mich zwar unverständliche) negative Kommentare zur SSA gibt. Irgendwo nachvollziehbar, dass man die Sportmodelle, die einen wirklich anderen Kundenkreis ansprechen, konsequent auslegt. Ob es gar technische Restriktionen gab? Wäre nicht die SSA als Feigenblatt zu sehen bei einem Kleinwagen mit 211PS und einem absolut in der Fahrzeug(grössen)klasse nicht geringen Normverbauch von um die 7L/100km??

    Mein Fazit: Printanzeigen sind sowieso nicht die effizientesten Kanäle, aber so schlecht ist das Ergebnis nun auch nicht. Nachvollziehbar, dass ein etwas hämischer und frustrierter Unterton aufkommt, wenn solche Ausgaben getätigt werden, die über Massnahmen mit zweifelhaften Effekten auf die Mitarbeitermotivation \"finanziert\" werden. Sparen tut immer weh. Aber wenigstens gehen die Gelder für die Absatzsteigerung raus und nicht für irgendwelche Fürze, die gar nicht beim potentiellen Kunden ankommen, oder?

    P.S.: Ich persönlich würde mich beim Kauf eines Works übrigens ärgern, dass ich im Gegensatz zu meinem R55S keine SSA nutzen könnte. oder ist dies optional bestellbar?

  2. Jasmin says:

    Wow … so viel Kommentar und dann die Buchstaben für den eigenen Namen [i]gespart[/i]. Ich persönlich finde ja sowas gehört dazu, wenn man seine Meinung kundtut. Vielleicht bin ich da aber auch etwas kleinlich … ;)

  3. äx says:

    …vor allen dingen, wenn die meinung so sauber & sachlich ausformuliert ist. schade, dennn wen soll ich denn jetzt ansprechen mit einer antwort?

  4. Anonymous says:

    sorry, hab ich verpennt. Hab agsl mal am HHR getroffen beim Osterfahrerlehrgang und wir hatten diverse dialoge bei mini2.info. nicht dass gerüchte aufkommen…

    axelander, der auf eine antwort gespannt ist.

    p.s.: der vorschlag für den 55kw MINI "zero" war auch von mir. ja, kann auch "böse oder zynisch" sein ;-)

  5. Anonymous says:

    autsch: bei durchgängig Grossbuchstaben kann das Gramm G ja nicht klein geschrieben werden. Wieder CI-bedingt also