dombo am Dienstag 31.3.

Ich hatte gestern kein Handy.

Der Akku war so leer, dass gar nichts mehr ging. Das Teil schaltete sich ab, als gerade ein Anruf reinkam. Ladegerät hatte ich natürlich nicht am Mann…

Und wer mich und mein Telefonverhalten kennt, weiss dass ich mich ohne Handy echt nackig fühle. Was ist schon eine Autofahrt, bei der ich nicht telefonieren kann?
So ohne Freisprecheinrichtung – ich könnts mir nicht vorstellen.

Nicht bei meinen Eltern anzurufen, wenn ich gerade an Mutterstadt vorbeifahre (“Mama, ich bin in deiner Stadt!”). Nicht den langen Schwaben bei irgendetwas zu stören, ohne einen richtigen Anrufgrund zu haben (“Hello, hello Mister Griesinger. How the fucking hell are you doing?”). Nicht über Stunden mit dem Terrorzwerg über die Formula Student, seinen MINI und die Tatsache, dass Wehrseifen voll geht zu diskutieren. Nicht den Bruder anzurufen um abzugleichen, wer von uns gerade weiter von der Heimat entfernt durch die Weltgeschichte gondelt. Nicht mit der Liebsten zu telefonieren, lange, ausgiebig, tiefgründig, ernsthaft, lachend.

Das wäre doch kein lebenswertes Leben, mal ehrlich.
Ich kanns mir einfach nicht mehr vorstellen, kein Handy zu haben und nicht ständig in der Lage zu sein, mit Gott und der Welt zu reden.

Ich glaube ich bin süchtig. Oder besser: Ich dachte, ich könnte süchtig sein. Doch mit jeder Minute ging es besser. Irgendwann heute Vormittag habe ich sogar aufgehört, regelmäßig das Telefon aus der Tasche zu ziehen und nach der Uhrzeit oder eventuellen entgangenen Anrufen zu schauen – war ja aus, weil leer ;)

Tja, jetzt habe ich den Eee PC mit dem UMTS Stick vor mir und kann tippen – und fühle mich nicht mehr von der Welt ausgeschlossen :D
Kommunikation ist toll.

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