Was macht eigentlich: Gert Hildebrand

Qoros Design Director Gert HildebrandVor rund zwei Jahren wurde überraschend Gert Hildebrand als MINI Chefdesigner verabschiedet. Der plötzliche Abgang des charismatische Querdenkers mit dem spitzbübischen Grinsen verwunderte damals nicht nur die Kenner der Szene, sondern hinterlässt bis heute eine große Lücke in der Kommunikation der MINI Aficionados mit der Marke. Der Designer prägte nämlich nicht nur über eine Dekade die Formensprache von MINI, sondern pflegte mit seinen Besuchen von kleinen und großen MINI und Mini Events auch stets den Kontakt zur Basis. Doch was macht Gert Hildebrand heute? Hier die Antwort:

Er gestaltet Autos! OK, diese Antwort überrascht nicht wirklich, doch ist der eine oder andere Leser sicherlich etwas irritiert, wenn er die Marke liest, für die Gert Hildebrand hauptverantwortlich den Zeichenstift schwingt: Qoros. Hinter diesem Namen steckt ein junges Unternehmen, das von Chery Automobile (einem der größten unabhängigen Automobilhersteller Chinas) und der Industrieholding Israel Corporation bereits 2007 gegründet wurde, mit dem Ziel, als erste chinesische Automarke auf dem hart umkämpften europäischen Markt Erfolg zu haben.

Im Namen des guten Designs von München nach Shanghai: Gert Hildebrand

Die Chancen für dieses Vorhaben stehen dabei nicht schlecht, denn neben einer gut gefüllten Kriegskasse (es wird von zwei Milliarden Euro Investitionsvolumen gemunkelt), hat man sich deutsches Management Know-How eingekauft, wie zum Beispiel Volker Steinwascher, den ehemaligen Leiter des USA-Geschäfts bei Volkswagen, oder für die Qualitätssicherung Ralf Nicolas von Opel. Zusätzlich hat sich Qoros mit Bosch, Continental, Getrag, Visteon und Magna Zulieferer von Rang und Namen gesichert.

Hildebrand und Steinwascher – zwei Deutsche prägen eine neue Marke: Qoros

Doch Qoros hat nicht nur Geld, sondern auch Selbstbewusstsein. Man will sich qualitativ an Volkswagen orientieren und preislich noch unterhalb von Skoda positionieren. Die Zielgruppe, die damit angesprochen werden soll: Junge, aufstrebende Städter in China und Europa. Entsprechend schnörkelos hat Gert Hildebrand auch den Qoros GQ3 gezeichnet, ein Stufenhecklimousine für die Kompaktklasse, die auf dem Genfer Automobilsalon im März ihre Europapremiere feiert und Ende des Jahres als ganze Modelfamilie mit Kombi und Hatch ab ca. 11.000 Euro beim Händler stehen soll.

Design ohne Schnörkel und mit europäischen Zitaten: Der Qoros GQ3

Qoros GQ3

Doch der Qoros Chefdesigner hat noch mehr im Köcher. Ein SUV und eine aggressiv gestaltete Cuopé-Limousine als Spitzenmodel sind bereits fest eingeplant. Gert Hildebrand hat also den Abgang bei seiner doch so geliebten Marke MINI gekonnt kompensiert und macht aktuell etwas, um was ihn sicherlich der eine oder andere Kollege beneidet: Einer neuen Marke ein Gesicht geben.

Noch eine Skizze, aber fest eingeplant: Das zukünftige Qoros Topmodell

Qoros Sport Concept

Und da das chinesisch-israelische Projekt seinen ganz eigenen Reiz ausstrahlt, gibt es jetzt auch einen entsprechenden Blog samt Facebook Seite dazu. Die Verantwortlichen dieser Infoportale dürften dem werten Leser sicherlich nicht unbekannt sein. Das Qoros Abenteuer kann also beginnen. Bilder dazu, wie immer, in der bigblogg Galerie.

 

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