Männer & Moneten: Die freundschaftliche Übernahme

Schicksal? Fügung? Zufall? Ich weiß es nicht. Doch die Geschichte ist gut und muss erzählt werden, denn sie hat bis auf weiteres ein Happy End. Es geht um zwei Herren, die das Gleiche tun. Mit viel kreativem Scharfsinn schneiden sie nämlich Folie über Autos und geben diesen ein unverwechselbares Äußeres. Die beiden aber einfach nur als Folierer zu titulieren wäre zu billig, denn es geht um den Kopf von “Mädchen & Motoren“, Dirk Weidmann und um den Mann hinter “CoverEFX & StylingStation Erftstadt“, Hajo Lemke.

Dirk kenne ich wahrscheinlich seit 2008. Durch die Leidenschaft für Nordschleife und schnelle Autos war es einfach unvermeidbar, dass wir uns über den Weg laufen mussten und auch bei Hajo war die Sache irgendwie klar. Irgendwo mussten er und ich uns einfach begegnen. Dafür ist die deutsche MINI Szene einfach zu klein und seine Arbeit in diesem Bereich zu groß. Und an diesem Punkt wird es spannend: Die beiden Macher-Typen kannten bis vor kurzem einander nicht, aber allein durch die räumliche Nähe von Mönchengladbach und Erftstadt kannten sie sehr wohl die Arbeit des anderen und – wie so häufig, wenn zwei das Gleiche tun – fanden sie mir gegenüber keine wirklich freundlichen Worte für den Wettbewerber.

Immer da, wo es ums Wesentliche geht: Mädchen & Motoren

Wie Heiner Geißler als Schlichter beim Stuttgarter Bahnhofsdrama versuchte auch ich den beiden Jungs über einen längeren Zeitraum hinweg klar zu machen, dass beide eigentlich mehr eint, als unterscheidet. Und ich hatte – im Gegensatz zum CDU Politiker – Erfolg: Die beiden Anfang Vierziger setzten sich an einen Tisch und redeten miteinander. Und redeten. Und redeten.

Verhandlungen bei Heinemann Pralinen und Mezzo Mix

Was dabei herausgekommen ist, machte nicht nur mich sprachlos, sondern wird auch in der Szene für Staunen sorgen. Dabei geht es nicht um die Tatsache, dass sich Dirk und Hajo vom ersten persönlichen Gespräch an sympathisch fanden, sondern gleich auch noch Geschäfte machten. Nein, keine Kooperationen oder strategische Partnerschaften, sondern ein richtiger Deal unter Männern:

Hajo Lemke kauft das Label “Mädchen und Motoren”

Was 2004 als Jux für das 24h-Rennen begann und bis heute einen unglaublich viralen Effekt in der Motorsport- und Tuning-Scene nach sich zog, soll jetzt auf richtige Füße gestellt werden. Denn was der gelernte Graphikdesigner trotz zahlloser Ideen aus zeitlichen Gründen nie umzusetzen schaffte, will Hajo jetzt zum Fliegen bringen. „Mädchen & Motoren“ soll zu einer richtigen Modemarke ausgebaut werden mit einer großen Streetwear Kollektion und etlichen Accessoires.

Dokumentiert: Die feierliche Logo Übergabe

Und da man ja seine eigenen Kinder nie so wirklich ganz aus der Hand geben kann, hat Dirk immer noch ein wenig seine Finger mit im Spiel, wenn es um die Zukunft von “Mädchen & Motoren” geht. Es ist eben eine Übernahme unter Freunden. Und als schlichtender Vermittler wünsche ich speziell Hajo viel Erfolg mit Dirks Baby.

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