25 Jahre Mauerfall – meine automobilen Erinnerungen

Installation im Garten der deutschen Botschaft in Den Haag.

Installation vor der deutschen Botschaft in Den Haag.

Es gibt so Momente im Leben, da weiß jeder von uns, wo er war und was er gemacht hat. Die Terroranschläge am 11. September 2001 gehören sicherlich sehr bedrückend einprägsam für uns alle dazu. Für die Ü30 Generation gibt es jedoch auch ein sehr erfreuliches Ereignis, das sich exakt vor einem Vierteljahrhundert  in unsere Gehirnwindungen gebrannt hat: Der Fall der Berliner-Mauer. Den 25. Jahrestag am 09.11.14 nehmen daher einige Deutsche Auto-Blogger zum Anlass, einmal Revue passieren zu lassen, welches Auto sie damals gefahren sind. Bei mir war interessanterweise von Mini noch überhaupt keine Spur. Doch der Hang zum Besitz mehrerer Fahrzeuge war auch schon damals ersichtlich.

Der 9. November 1989, die Berliner Mauer fiel und ich war zu Hause, vorm Fernseher. Gemeint ist mein Elternhaus in Stuttgart. Ich war zwanzig, das Abi frisch in der Tasche und Praktikant in einem Designbüro in Ulm. Warum ich unter der Woche zu Hause war und nicht in meinem angemieteten Zimmer in der Nähe von Ulm. Man weiß es nicht, aber was ich genau weiß: Ich fuhr Käfer, ein 1303 Automatik. Mein erstes Auto. Von meiner Großtante abgekauft und festgestellt, dass der optisch gute Schein des weißen 5oPS Krabblers trügte. Man hatte meine Tante in ihrer Werkstatt des Vertrauens anscheinend richtig über den Tisch gezogen. Bei der Überführungsfahrt von Bochum nach Stuttgart löste sich das Profil von der überalterten Reifenkarkasse. Zusätzlich stellte ich nach ein paar Wochen fest, dass die Schweller komplett durchgerostet waren. Zur Tarnung waren jedoch einige Kilogramm Spachtelmasse in die faustgroßen Löcher gestopft worden und mit Unterbodenschutz überpinselt worden. Gibt es Bilder von dem Auto? Oh ja, auf Papier und ich weiß nicht wo ich diese versteckt habe.

Wikipedia zeigt, wie mein Käfer 1303 aussah, nämlich genau so:

VW_Kaefer_1303_weiß

Von meinem zweiten Fahrzeug aus dem Jahr 1989 habe ich zum Glück noch Bilder. Aus dem Jahre 2005. Dem Jahr, als ich meine Vespa PX 200 E Lusso verkauft habe. Eigentlich ein Fehler, denn die Wespe war mein erstes mit selbst verdientem Geld erworbenes Fahrzeug und das einzige, dass ich nach einem Sturz auch selber zerlegt und wieder komplett neu aufgebaut habe. Nur die Lackierung in der unfassbaren Porsche Farbe “Amethyst-Metallic” steuerte ein Fachmann bei. Das musste einfach sein. Damals, 1992 oder so. Zuvor war das Gehäuse des luftgekühlten Einzylinders dunkelblau und ja, das zweitaktete fast so schön, wie die in den Westen strömenden Trabis.

Schöne Erinnerung: Meine Vespa PX 200 E Lusso

Vespa

Ja, die eigene Mobilität, das ist auch heute noch für mich ein Privileg, das ich nicht missen möchte. Auto aufschliessen, einsteigen, losfahren ganz ohne Grenzen. Heute irgendwie unvorstellbar, dass dies vor dem 9. November 1989 für einen großen Teil Deutschlands nicht möglich war. Und wie haben die anderen Blogger dieses Datum erlebt?

Jens Strantmann von rad-ab.com war zu dem Zeitpunkt schon eine Stufe moderner unterwegs: im Opel Kadett D. Hier der Bericht von seiner Zeitreise. Thomas Majchrzak von autogefuehl.de hingegen war damals noch zu jung, zum selber fahren, ab Thomas erinnert sich noch gut an die spektakulärsten Neuheiten aus dem Jahr 1989. Und Tom Schwede? Bei dem eingeschworenen Mini-Mann stand damals auch noch kein kleiner Brite vor der Tür, jedoch schon ein Golf der zweiten Generation. Das ausgerechnet ich 199o auch auf einen Golf II umsteigen sollte, ist jedoch Zufall.

 

This entry was posted in Andere Hersteller, Volkswagen and tagged , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

Comments Closed