Im Detail: Das MINI Coupé

MINI Coupé JCW (R59)Das MINI Coupé, 2009 auf der IAA als Studie präsentiert, geht 2011 nahezu unverändert in Serie. Was vor zwei Jahren als Geburtstagsgeschenk an die Marke und deren Fans vorgestellt wurde, ist ab Herbst genau für diese treuen Markenbegleiter käuflich zu erwerben. Über Preise darf noch spekuliert werden. Auch über das eine oder andere Ausstattungsdetail. Über die Motorisierung jedoch nicht.

Aushängeschild für den zukünftig sportlichsten aller MINIs ist der 211 PS starke John Cooper Works Motor. Das damit bestückte Coupé beschleunigt in 6,4 Sekunden auf 100km/h und bei 240 km/h endet erst die Beschleunigung. Für Zahlenfetischisten bedeutet das: 3 Zentimeter weniger Fahrzeughöhe bringen 2km/h mehr Topspeed und eine um 0,1 Sekunden verbesserte Beschleunigung. Interessant ist jedoch, dass Verbrauch (7,1 Liter/100 Kilometer) und CO2-Wert (165 g/km) im Vergleich zum R56 JCW identisch bleiben.

Das MINI Coupé: 3 cm flacher und 2km/h schneller als der Hatch

MINI Coupé JCW (R59)

Genauso marginal, wie bei dem Topmodell der R58 Baureihe verbessern sich Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung bei den anderen drei angebotenen Motoren. Das 184 PS starke MINI Cooper S Coupé erreicht die 100 km/h nach 6,9 Sekunden und wird durch die Aerodynamik erst bei 230 km/h eingebremst. Dass bei diesem Tempo der Durchschnittsverbrauch nach EU von 5,8 Liter/100 Kilometer nicht mehr ganz erreicht werden kann, dürfte dem werten Leser klar sein.

Auch einleuchtend ist, dass der einzige Saugmotor im Quartett nicht ganz den vom Marketing herbeigeschworenen Sportwagencharakter entspricht. Mit 122 PS, 9,0 Sekunden auf 100 km/h und 204 km/h Höchstgeschwindigkeit kann man hier höchstens von einem Sportwägelchen sprechen. Aber dafür kann sich das Öko-Gewissen bei einem Durchschnittsverbrauch von 5,4 Liter und einem CO2-Wert von 127 g/km entspannt zurücklehnen.

Nur das MINI Cooper SD Coupé kommt hier mit seinem Vierzylinder Common-Rail Turbodiesel noch etwas sparsamer daher (4,3l/100km und 114 g/km CO2) und seine 143 PS sorgen auch für spürbar bessere Fahrleistungen: 7,9 Sekunden vergehen bis zum maximal erlaubten Landstrassentempo und bis zu 216 km/h sind möglich, sollte es es mal etwas zügiger vorangehen.

Sechsgang Automatik im Coupé für Cooper, Cooper S und Cooper SD

MINI Coupé JCW (R59)

Serienmäßig bringt das Coupé die Kraft aller vier Motorvarianten mit einem Sechsgang-Handschaltgetriebe auf die Vorderräder. Wer den Sportwagencharakter jedoch lieber im Automatikmodus geniessen möchte, hat (natürlich gegen Aufpreis) zwischen Cooper, Cooper S und Cooper SD Coupé die Wahl. Kein Wahl hat der potenzielle Kunde beim DSC (Dynamische Stabilitäts Control), denn das ist immer serienmäßig,  DTC (Dynamische Traktions Control) samt EDLC (Electronic Differential Lock Control) jedoch nur beim JCW Coupé. Für die drei schwächeren Brüder sind diese Fahrassistenzsysteme optional bestellbar.

Nicht zum dazubestellen ist bei diesem ersten MINI im Drei-Box-Design der aktive Heckspoiler zur Optimierung der Luftführung bei höheren Geschwindigkeiten. Dieses optisch umstrittene aber technisch notwendige Bauteil fährt bei 80 km/h automatisch aus und höchstwahrscheinlich bei 60km/h wieder ein.

Ausfahrbarer Spoiler ab 80km/h für mehr Anpressdruck auf der Hinterachse

MINI Coupé JCW (R59)

Wie sich das alles bei dem Zweisitzer-Konzept auf die Fahrdynamik auswirkt, kann derzeit nur vermutet werden. Bessere Aerodynamik, geringeres Gewicht und eine leicht nach vorn verschobene Gewichtsbalance sollten durchaus für gesteigerten Fahrspass sorgen. Ob die maximal um ein Zehntel verbesserte Beschleunigung und die gerade einmal um zwei Stundenkilometer gestiegen Höchstgeschwindigkeit jedoch rechtfertigt, offiziell kund zu tun, dass das Coupé “die besten jemals bei einem Großserienmodell der Marke gemessenen Fahrleistungen” erreicht, muss der werte Leser für sich selber entscheiden.

Mehr Laderaum und weniger Sitzplätze kosten rund 2.000 Euro mehr

MINI Coupé JCW (R59)

Wenig zu entscheiden gibt es bei der weit nach oben schwingenden Heckklappe. Die schafft Laderaum wie in keinem anderen MINI. Wie groß das Ladevolumen genau ist, bleibt derzeit leider noch ein Geheimnis. Genauso wie die Preise. Darum ein kleines Zahlenbeispiel: Der Preisunterschied zwischen dem noch aktuellen dreitürigen BMW 1er und dem 1er Coupé beträgt rund 2.000 Euro. In einem ähnlichen Verhältnis könnte auch das R59 preislich liegen. Sprich: Das MINI Cooper Coupé könnte bei rund 21.600 Euro starten, während das JCW Coupé knapp an der 31.000 Euro Grenze kratzen würde.

Weiter Bilder des MINI Coupés gibt es in der bigblogg-Galerie.

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