KW-Forentag – Ein Tag in Lila-Gelb

Schamloses Outing: Ich fahre ein Serienfahrwerk in meinem MINI. “Wieso? Ist doch toll?”, mögen jetzt einige sagen. So würde ich auch denken, hätte ich nicht eine Läuterung erfahren. Erfahren im wahrsten Sinne des Wortes, und in Form eines MINI JCW Cabrios der Baureihe R52, bigagsls “Wanne”, ausgestattet mit einem KW Variante 2 Gewindefahrwerk. “Gewindefahrwerke? Das ist doch was für die TieferHärterBreiter-Fraktion! Bockhart, im Alltag unfahrbar!”, so das weit verbreitete Klischee. Ein Klischee, in dem nicht ein Fünkchen Wahrheit steckt, denn besagte Wanne fährt sich deutlich komfortabler, sportlicher und sicherer als mein MINI. Klingt komisch, is’ aber so. Aber warum ist das so? Die Antwort liegt im Landkreis Schwäbisch-Hall, in einem Ort mitten im Naturraum Schwäbisch-Frankischer Wald, der bis 1872 Vichberg hieß. Fichtenberg. Knapp 3.000 Einwohner, eine Grundschule, eine Hauptschule, eine Werkrealschule und eine RC-Car-Rennstrecke. Und die Heimat von KW Automotive.

KW_Forentag

Am 17. April, einem traumhaften Frühlings-Samstag, lud KW zum Forentag – und bigblogg war dabei. Denn es gab Schnittchen. Und mehr.


Zu früher Stunde fanden sich diverse MINIs und Mercedes SLKs in Fichtenberg ein, gefolgt von einigen Golf-Jüngern und Mitgliedern von tuningsuche.de in Fichtenberg ein und wurden vom Chef des Hauses, Jürgen Wohlfahrth, in Empfang genommen und über den Werdegang der KW Automotive informiert. Schwer zu glauben, dass dieser Betrieb vor gerade mal 14 Jahren mit drei Mitarbeitern in einem alten Hühnerhof aus der Taufe gehoben wurde. Heute arbeiten bei KW rund 200 Menschen auf 23.000 Quadratmetern – “Des war ja alles gar ned so geplant”, sagt Jürgen Wohlfahrth heute, als ob er sich dafür entschuldigen müsste, “Wir wollten ja nur Fahrwerke bauen, wie wir sie uns vorgestellt haben”.

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Der Ursprung jedes KW-Fahrwerks – Stahlrohr.

Wie die Wohlfahrth-Brüder Klaus und Jürgen sich ihre Fahrwerke vorgestellt haben, ist einfach erklärt: Qualitativ hochwertig, langlebig und flexibel einstellbar. Diese Idee tragen die Mitarbeiter in Fichtenberg weiter, das spürte man beim Firmenrundgang.

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Dämpferrohr, geschnitten, gedreht, poliert. Vor allem in der Dämpfermontage erinnern die Arbeitsplätze eher an die von Uhrmachern in Glashütte, als an Fahrwerksbauer. Jeder Arbeitsschritt wird überlegt ausgeführt, das Werkzeug liegt aufgebahrt, als ob man sich auf eine Nierentransplantation vorbereiten würde und im Hintergrund wacht der Computer über jeden Fertigungsschritt.

Dabei wird in Fichtenberg kein Unterschied gemacht, ob das Fahrwerk den Namen “Weitec” oder “KW” tragen wird, im Mercedes CLK 63 AMG Black Series verbaut wird, oder an einen Menschen geliefert wird, der seinem Porsche Carrera GT was Gutes tun will.

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Abseits der Serienfertigung gibt es noch zwei Hallen – KW’s SkunkWorks, die Motorsportabteilung. Hier entstehen Dämpfer für die MINI Challenge, das Team Manthey oder historische Tourenwagen.

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Für uns, die Besucher, wurde es gegen Ende des Rundgangs aber Zeit, selbst mal zu beweisen wie es um unser Verhältnis zum dynamisch bewegten Motorwagen so steht – wenn auch nur virtuell.

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SimBin’s Race, Brands Hatch, WTCC – wer ist der Schnellste? Für bigblogg am Steuer: Der Autor dieser Zeilen – mit Erfolg. Und tierisch Spaß, selbst gewisse weibliche Teilnehmer liebäugeln nun mit einem Fahrwerk aus Fichtenberg. Und wer einmal die Strassen rund um und im Schwäbisch-Fränkichen Wald kennengelernt hat, der kann sich auch denken, wieso KW ausgerechnet hier entstand. Für die Teilnehmer und mich war der KW-Forentag definitiv ein gelungener. Und das schreibe ich nicht, weil ich eine echt schicke Jacke für meinen ersten Platz beim Computerrasen bekommen habe.

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